In Österreich erkranken jährlich 10 von 100 000 Einwohnern an Magenkrebs.
Risikofaktoren sind bestimmte Ernährungsgewohnheiten, chronische Gastritis (Magenschleimhautentzündung), Polypen, Zigarettenrauch und Alkoholkonsum. Personen mit Blutgruppe A erkranken häufiger.
Die Symptome sind neu aufgetretene Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Abneigung gegen Fleisch, Appetitlosigkeit und ein Druckgefühl im Oberbauch. Durch Einwachsen in Blutgefäße kann es zur Blutung in den Magen und in der Folge zu kaffeesatzartigem Erbrechen oder schwarz gefärbtem Stuhl kommen (Teerstühle).
Die Diagnose wird auch schon im Frühstadium mittels Magenspiegelung (Gastroskopie) und Gewebsprobenentnahme gestellt. Bei länger anhaltenden Beschwerden oder bestehenden Risikofaktoren sollte in jedem Fall eine Gastroskopie erfolgen. Mit weiteren Untersuchungen wird das Stadium der Erkrankung festgestellt, d.h. ob der Krebs bereits andere Organe befallen hat. Therapie der Wahl ist die Operation, ergänzend werden Strahlen- und Chemotherapie eingesetzt. Die Prognose ist insgesamt ungünstig.
Unter Magenkrebs versteht man bösartige Erkrankungen des Magens, also vom Mageneingang (= Kardia) bis zum Magenausgang (= Pylorus). Früher war der Magenkrebs einer der häufigsten Krebse; heutzutage hat er seinen "Spitzenplatz" glücklicherweise durch bessere Lebensmittelhygiene eingebüßt.
Der Magen schließt sich unterhalb des Zwerchfells an die Speiserohre an und ist eine dem eigentlichen Darm vorgeschaltete, etwa 25 bis 30 cm lange Erweiterung des Verdauungsweges. Sein Fassungsvermögen variiert von ca. 30 ml beim Neugeborenen bis etwa 1,6 bis 2,4 Liter beim Erwachsenen. Größe, Form und Lage können stark in Abhängigkeit von Füllungszustand, der Körperlage bzw. dem Körperbau, sowie dem Lebensalter und der Muskelanspannung variieren
Schema des Aufbaus des Magens
Der Magen wird in 5 Abschnitte unterteilt
Die Magenwand ist aus vier Schichten aufgebaut
Von innen nach außen:
Die Magenschleimhaut verfügt über zahlreiche Drüsen, welche
produzieren.
Der Magen dient als Zwischenspeicher der aufgenommenen Nahrung und deren Vorbereitung für die eigentliche Verdauung im Darm. Hierfür wird die Nahrung mit Magensäure und verschiedenen Verdauungssekreten einschließlich einiger Enzyme gut durchmischt. Der so erzeugte Speisebrei wird allmählich - über bis zu 8 Stunden - an den Zwölffingerdarm weitergegeben. Der Magen gibt den Speisebrei dabei portionsweise an den Darm ab. Die Steuerung der Abgabe des Speisebreis an den Darm erfolgt durch einen Muskel im Pförtner (Pylorus). Dieser kann den Magenausgang verschließen und damit die Weiterleitung der Nahrung zum Darm beeinflussen.
Das Magenkarzinom war früher in den meisten europäischen Ländern sowie in Nordamerika die häufigste Krebserkrankung. Seit 1941 hat in Nordamerika die Häufigkeit deutlich von fast 50 Neuerkrankten pro 100.000 Einwohner jährlich auf jährlich etwa 10 Neuerkrankungen je 100.000 Einwohner abgenommen. Als Ursache für diese Abnahme werden Änderungen in den Ernährungsgewohnheiten vermutet. Genauer betrachtet kommt es zu einer deutlichen Abnahme der Häufigkeit von Magenkrebserkrankungen in mehreren Magenabschnitten, dagegen aber gleichzeitig zu einer Zunahme im Kardiabereich (s. o. unter Anatomie des Magens). Männer sind 1,5 bis 2 mal so häufig wie Frauen betroffen. Der Häufigkeitsgipfel liegt jenseits des 50. Lebensjahres, jedoch treten immerhin ca. 10 % der Magenkrebserkrankungen bei Patienten zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr auf.
In Japan, wo Magenkarzinome sehr häufig auftreten, wurde das Risiko, an Magenkrebs zu versterben, durch die Gastroskopieuntersuchungen der Bevölkerung, also der direkten Betrachtung mit Hilfe eines Endoskops, um 50 % gesenkt.
Die Ursachen sind bisher zwar nicht eindeutig geklärt, jedoch ist eine Reihe von Risikofaktoren bekannt.
Genetische (vererbte) Risikofaktoren ![]()
Das Risiko an Magenkrebs zu erkranken ist bei erblicher Belastung erhöht. So ist ein 3,7fach erhöhtes Risiko bei Erkrankung von Familienmitgliedern ersten Grades (Eltern, Kinder, Geschwister) bekannt. Menschen mit der Blutgruppe A sind häufiger betroffen.
Exogene (Umwelt-) Risikofaktoren ![]()
Endogene Risikofaktoren (Risikosteigernde Erkrankungen) ![]()
Helicobacter pylori , ein vor wenigen Jahren erst entdecktes Bakterium, welches sich im Magen in der Schleimhaut (unter der Schleimschicht vor der desinfizierenden Magensäure geschützt) einnistet und die Magenschleimhautentzündung (Gastritis) verursacht, wird heute für über 90% der Magenfrühkarzinome verantwortlich gemacht. Das Risiko an einem Magenlymphom zu erkranken erhöht sich bei einer Helicobacter pylori-Infektion um den Faktor 6. Aber andererseits muss bei der Häufigkeit der Helicobacter pylori-Infektion erwähnt werden, dass nur wenige infizierte Personen im Laufe ihres Lebens an einem Magenkarzinom erkranken. Die vorbeugende (prophylaktische) Beseitigung von Helicobacter pylori-Infektionen zur Vermeidung von Magenkrebserkrankungen ist daher umstritten und bisher in ihrer Wirksamkeit nicht bewiesen. Bei chronisch atrophischer Autoimmungastritis (Typ A) , einer lang anhaltenden Magenentzündung durch den fehlgesteuerten Angriff körpereigener Abwehrsysteme, 15 bis 20 Jahre nach einer Magenoperation, bei perniziöser Anämie, einer besonderen Form der "Blutarmut" und Vitamin B 12 Mangel, bei adenomatösen Magenpolypen (in etwa 20% Krebsentstehung) und bei Morbus Ménétrier (Riesenfaltenmagenentzündung) ist das Risiko einer Magenkrebserkrankung ebenfalls deutlich erhöht. Untersuchungen konnten zeigen, dass ein Magenkrebs nur zu etwa 0,5 % in einer gesunden Magenschleimhaut (Mukosa) entsteht.
Ernährung mit reichlich Obst, Gemüse und Zwiebeln soll eine schützende Wirkung haben. Sehr wichtig bleibt darüber hinaus aber die Reduktion der gesamten Risikofaktoren. Dies bedeutet, dass insbesondere möglichst wenig geräucherte und gepökelte Nahrung aufgenommen werden sollte. Weiterhin ist eine konsequente Behandlung von Magenschleimhautentzündungen erforderlich besonders, wenn diese durch Helicobacter pylori verursacht ist. Der Verzehr angeschimmelter Nahrung, Rauchen und konzentrierter Alkohol stellen ebenfalls Risikofaktoren für Magenkrebs dar.
Einteilung von Magenkrebs nach der Ausdehnung ![]()
Nach der internationalen TNM-Klassifikation wird das Tumorstadium wie folgt eingeteilt:
T : Primärtumor
T is |
Carcinoma in situ, d.h. der Krebs ist auf die Schleimhautoberfläche beschränkt. Dieses Stadium metastasiert noch nicht. |
T1 |
Frühkarzinom: Als "early cancer" (Frühkarzinom) bezeichnet man ein Magenkarzinom welches nur oberflächennah in Mukosa und Submukosa einwächst und die tieferen Schichten noch nicht erreicht hat. |
T2 |
Tumorinvasion bis in die Muskularis |
T3 |
Tumorinvasion bis in die Serosa ohne benachbarte Organe und Strukturen |
T4 |
der Tumor wächst in angrenzende Strukturen hinein (z.B. Milz, Dickdarm (Colon transversum) , Leber, Zwerchfell, Bauchspeicheldrüse (Pankreas), Bauchwand, Niere, Nebenniere, Dünndarm). |
N: Lymphknotenbefall
N0 |
keine Lymphknoten befallen |
N1 |
Befall von Lymphknoten innerhalb 3 cm vom Tumorrand (Kompartment I) |
N2 |
Befall von Lymphknoten, welche mehr als 3 cm vom Tumorrand entfernt sind entlang der regionalen Arterien ((Kompartment II) |
M: Fernmetastasen
M0 |
keine Fernmetastasen |
M1 |
Fernmetastasen vorhanden; Lymphknotenbefall des Kompartment III wird zu Fernmetastasen gezählt. |
Einteilung von Magenkrebs nach der Wachstumsform ![]()
Außer der TNM-Klassifikation wird beim Magenkrebs die Laurén-Klassifikation angewendet, die besonders Bedeutung für das Ausmaß einer Operation hat:
Die Einteilung der Tumorzellen erfolgt nach dem mikroskopischem Bild der Tumorzellen gemäß dem internationalen WHO-Schema in:
Zusätzlich wird der Differenzierungsgrad (= Grad der Aggressivität) der Tumorzellen vom Pathologen beschrieben:
G 1 = hoch differenziert (hohe Ähnlichkeit mit gesunden Körperzellen)
G 2 = mittel,
G 3 = gering
G 4 = undifferenziert (Keine Ähnlichkeit mit ausgereiften gesunden Körperzellen)
Achtung
Eine Sonderstellung bei den bösartigen Tumoren des Magens nehmen die malignen Lymphome, auch als MALT-Lymphome bezeichnet, ein. Dabei handelt es sich um bösartig entartetes Lymphgewebe.
Lymphknoten
Die Ausbreitung in Lymphknoten erfolgt bevorzugt in 3 Kompartimente (s. oben). Zum Zeitpunkt der Erstdiagnose haben bereits etwa 70% der Patienten Lymphknotenmetastasen. Bei Magenkarzinomen ist besonders ein Lymphknoten in der linken Schlüsselgrube (Virchow-Lymphknoten) häufig befallen.
Hämatogene Metastasierung
Die Ausbreitung der Magenkrebszellen mit Absiedlung von Tochtergeschwüren (Metastasen) über die Blutbahn befällt vor allem Leber, dann Lunge, Knochen und Hirn
Per continuitatem (Einwachsen in Nachbarorgane)
Weitere Absiedlungen können durch Einwachsen des Tumors in die Nachbarorgane Speiseröhre (Ösophagus), Zwölffingerdarm (Duodenum), Dickdarm (Kolon) und Bauchspeicheldrüse (Pankreas) betreffen.
Das Ablösen von Tumorzellen an der Außenseite der Magenwand kann zur Tumorausbreitung auf das Bauchfell (Peritonealkarzinose) mit Absonderung von reichlich Flüssigkeit in die Bauchhöhle (Bauchwassersucht = Aszites), sowie zur Bildung von Abtropfmetastasen auf den Eierstöcken, so genannten Krukenberg-Tumoren, oder im Douglas-Raum (tiefste Stelle im Becken) führen.
Meist sind Beschwerden in der Magenregion lange Zeit kaum wahrnehmbar oder gar nicht vorhanden, bzw. werden wegen ihrer Geringgradigkeit ignoriert. Häufig werden von den Patienten Ernährungsfehler für eventuelle Magenbeschwerden mit Druckgefühl im Oberbauch verantwortlich gemacht. Eine neu aufgetretene Unverträglichkeit von Kaffee, Obst, Alkohol, insbesondere von Wein und Sekt sowie eine Abneigung gegen Fleisch und zunehmend Appetitlosigkeit sind typische Beschwerden. Obgleich diese Beschwerden meist harmlose Ursachen haben, sollte bei einem Anhalten über 8 Wochen trotz Therapie und geregelter Lebensführung, besonders bei Vorliegen von Risikofaktoren, ein Magenkarzinom durch eine entsprechende Diagnose (Endoskopie) ausgeschlossen werden.
Ein Magenkarzinom kann eine Magenblutung auslösen. Bei stärkerem Blutaustritt in den Magen kann dies zur Schwarzfärbung des Stuhlganges (Teerstuhl) oder zu Erbrechen von dunklem Blut führen. Engt der Tumor den Magenausgang ein, kann die aufgenommene Nahrung den Magen nicht mehr ungehindert in Richtung Darm verlassen. Völlegefühl, Übelkeit und Erbrechen sind die Folgen. Nach Erbrechen, eventuell auch von Nahrungsresten vom Vortag, tritt vorübergehende Erleichterung ein und das Druckgefühl verschwindet. Außerdem können ungewollte Gewichtsabnahme, Blutarmut (Anämie), Schluckbeschwerden, Leistungsknick oder leicht erhöhte Körpertemperatur auftreten. Bei fortgeschrittenen großen Tumoren, insbesondere bei schlanken Patienten, kann dieser mitunter getastet werden. Sodbrennen kann durch Rückfluss von Magensäure oder Nahrungsbrei in die Speiseröhre entstehen, wenn der Weitertransport der Nahrung zum Darm behindert ist. Bei Lymphknotenmetastasierung ist bei Befall des Virchow-Lymphknotens (s.o.) dieser in der linken Schlüsselgrube tastbar. Bei Lebermetastasierung kann es zu einer Vergrößerung dieses Organs mit eventuellen Druckschmerzen sowie Bildung größerer Flüssigkeitsmengen in der Bauchhöhle (Aszites) kommen.
Andere Erkrankungen, welche gleiche oder ähnliche Symptome wie ein Magenkarzinom verursachen können, sind insbesondere die Ulcuskrankheit, also ein gutartiger Defekt in der Magenschleimhautoberfläche, außerdem die Refluxkrankheit mit Sodbrennen durch das Zurücklaufen von Nahrungsbrei; Erkrankungen an den Gallenwegen, Leber oder Pankreas (Bauchspeicheldrüse) und Reizmagen-Syndrom, also eine Funktionsstörung des Magens, mit Druck- und Völlegefühl.
Laboruntersuchungen
Wenn der Tumor in das Magenlumen blutet, kann dieses Blut im Stuhl mit einem Test (z.B. Hämoccult Test) nachgewiesen werden. Eventuell ist mit einer Blutabnahme eine Eisenmangelanämie nachweisbar. Als Tumormarker werden Substanzen bezeichnet, die bei manchen Tumorerkrankungen im Blut vermehrt vorkommen können. Sie werden im Labor in einer Blutprobe gemessen. Tumormarker stellen keinen Suchtest, sondern bei Nachweisbarkeit vor der Therapie einen Verlaufsparameter zur Erfolgskontrolle der Behandlung bzw. in der Tumornachsorge dar. Bei Magenkrebs werden die Tumormarker CA 72-4 und weniger empfindlich CA 19-9 und CEA untersucht.
Magenspiegelung (Gastroskopie)
Bei der Magenspiegelung wird ein flexibles schlauchförmiges Instrument (Endoskop) über die Speiseröhre in den Magen vorgeschoben. Im Inneren dieses Instrumentes verlaufen Glasfasern, welche von außen eine Beleuchtung und Betrachtung des Mageninneren erlauben. Viele Modelle haben auch eine winzige Kamera an ihrer Spitze, so dass das erzeugte Bild auf einem Monitor betrachtet und gespeichert werden kann. In einem Endoskop befindet sich außerdem eine kleine Röhre, durch die spezielle Instrumente in den Magen vorgeschoben werden können. Mit diesen Instrumenten, welche im Inneren des Endoskops in den Magen gelangen, kann der untersuchende Arzt unter Sicht eine kleine Probe ( Biopsie) aus verdächtigen Stellen der Magenwand entnehmen. Solche Proben können dann im Labor unter dem Mikroskop auf Tumorzellen untersucht werden. Die Gastroskopie evtl. mit Entnahme von Gewebeproben sollte immer bei Magenbeschwerden durchgeführt werden, die nicht innerhalb weniger Wochen auf eine Therapie ansprechen, um ein eventuell vorhandenes Magenkarzinom in einem frühen und damit möglicherweise noch heilbaren Stadium zu diagnostizieren. Bei Risikopatienten sollte ggf. eine Gastroskopie in jährlichen Abständen erfolgen. Eine gut durchgeführte Gastroskopie erfolgt in der Regel ambulant, meist unter medikamentöser Sedierung (Dormicum), innerhalb weniger Minuten.
Röntgenuntersuchung
Magen-Darm-Passage: Unter Röntgendurchleuchtung wird die Passage von zuvor geschlucktem Kontrastmittel beobachtet. Einengungen des Nahrungsweges oder Beweglichkeitsstörungen der Magenwand durch Krebswachstum sowie in das Magenlumen vorragende Tumorknoten können hiermit sichtbar gemacht werden. Thoraxröntgen: Röntgenuntersuchungen des Brustkorbes dienen der Suche nach Lungenmetastasen.
Computertomographie (CT): Zur Bestimmung der Tumorausdehnung und der Metastasensuche werden aus den Bildern einer sich um den Körper drehenden Röntgenröhre Schnittbilder errechnet. Die erzeugten Bilder zeigen Querschnitte vom Körper. Die Größe des Tumors, seine räumliche Beziehung zu anderen Körperstrukturen, Metastasen und vergrößerte Lymphknoten können dargestellt und vermessen werden.
Ultraschall (Sonographie):
Mit Hilfe der Ultraschalluntersuchung können Bauchorgane, wie Leber, Milz, Bauchspeicheldrüse, Nieren u.a. von außen untersucht werden. Metastasen in diesen Organen sowie größere Lymphknotenmetastasen können mit dieser Methode aufgespürt werden. Diese Methode kommt ohne Röntgenstrahlung aus und kann daher oft wiederholt werden, etwa zur Verlaufskontrolle. Nachteil ist ihre starke Abhängigkeit vom Untersucher. In einigen Fällen kann auch eine Ultraschalluntersuchung von Innen ( Endosonographie) mittels eines Ultraschallgerätes ähnlich einem Endoskop erfolgen. Mit der Endosonographie kann der Untersucher insbesondere die Tumorausdehnung in der Magenwand gut beurteilen. Auch sind Aussagen zum Befall der Magenumgebung, insbesondere der Lymphknoten möglich.
Skelettszintigraphie:
Bei dieser Methode wird dem Patienten ein schwach radioaktives Präparat in die Vene gespritzt. Diese Substanz wird in den Knochen eingebaut. An Stellen mit gesteigerter Knochenneubildung, etwa durch Reparaturprozesse an Knochenmetastasen, reichert sich die verabreichte Substanz an. Da das Präparat leicht radioaktiv ist, kann seine Verteilung im Körper mit Hilfe einer Gammakamera, gemessen werden. Diese Methode kann während einer Untersuchung das gesamte Skelett auf Stellen gesteigerter Reparaturprozesse absuchen und dient damit der raschen Suche nach Knochenmetastasen.
Staging Laparaskopie:
Bei bestimmten fortgeschrittenen Tumorstadien wird eine Laparaskopie, d.h. eine Spiegelung der Bauchhöhle mit optischen Instrumenten, welche durch kleine Schnitte in der Bauchdecke in die Bauchhöhle eingeführt werden, zur Bestimmung des Tumorstadiums (= Staging) durchgeführt. Da die notwendigen operativen Schnitte hierbei klein sind, ist die Beeinträchtigung des Patienten nach diesem Eingriff von kurzer Dauer. Der Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt.
Operation
Ziel der chirurgischen Maßnahmen ist die vollständige Entfernung des Tumors im Gesunden (R 0 Resektion). Der hierfür ausreichende Sicherheitsabstand ist abhängig vom Wachstumstyp und beträgt beim intestinalen Typ 5 cm und beim diffusen Typ 8 cm. Dabei werden das große und das kleine Netz aus der Umgebung des Magens, sowie Lymphknoten der Kompartimente I und II sowie eventuell die Milz mit entfernt. Überschreitet das Magenkarzinom die Magenwand, so ist oft eine erweiterte Magenentfernung (Gastrektomie) notwendig. Befindet sich das Magenkarzinom im Eingangsbereich des Magens (Kardia), so ist außerdem die Entfernung des unteren Speiseröhrenabschnittes (distale Ösophagusresektion) und der Milz (Splenektomie) nötig. Nach teilweiser Entfernung des Magens (subtotale Gastrektomie) wird der Restmagen mit dem Dünndarm unterhalb des Zwölffingerdarms verbunden (Gastrojejunostomie). War die vollständige Entfernung des Magens notwendig, so wird die Speiseröhre (Ösophagus) mit dem Dünndarm unterhalb des Zwölffingerdarms verbunden (Ösophagojejunostomie) oder zwischen Speiseröhre und Zwölffingerdarm eine Dünndarmschlinge (Jejunum) eingenäht. Um einen Rückstrom von Gallen- und Bauchspeicheldrüsensekret, welche in den Zwölffingerdarm abgegeben werden, in die Speiseröhre zu vermeiden, wird die Speiseröhre nicht direkt mit dem Zwölffingerdarm verbunden, sondern ein Abschnitt des Dünndarms verwendet. Oft wird durch mehrere seitlich aneinandergenähte Darmschlingen ein Reservoir im Sinne eines Ersatzmagens geschaffen. Dies soll die Größe der aufnehmbaren einzelnen Nahrungsportion vergrößern. Ist eine Heilung nicht mehr möglich, kann unter Umständen eine Operation zur Linderung der Beschwerden (Palliation) notwendig sein. Dabei wird beispielsweise der durch Tumorwachstum eingeengte oder Verschlossenen Anteil des Magens oder der gesamte Magen entfernt und die Passage mit Gastrojejunostomie oder Ösophagojejunostomie wiederhergestellt.
Ist der Krebs bei der Diagnosestellung nur auf die oberflächlichen Anteile der Magenwand, die Magenschleimhaut (Mucosa) begrenzt, kann evtl. der Krankheitsherd bereits endoskopisch, d. h. mit einem Endoskop (s. Diagnostik unter Gastroskopie) vollständig entfernt werden. Dabei kommt sowohl die endoskopische Exzision, d.h. das Herausschneiden des Magenkrebs aus der Magenwand , wie auch die photodynamische Therapie in Frage. Bei letzterer wird ein Farbstoff verabreicht, welcher über das Blut zu den Tumorzellen im Magen gelangt. Besonderheit dieses Farbstoffes ist die Reaktion mit Licht bestimmter Wellenlänge zu einem zellabtötenden Substrat. Bestrahlt man also einen oberflächlichen Magenkrebs mehrere Tage nach Verabreichung der Farbstoffes mit Laserlicht der nötigen Wellenlänge, so bildet sich aus dem Farbstoff an der beleuchteten Tumorregion das zellabtötende Substrat, welches die Tumorzellen abtötet. Das für diese chemische Reaktion benötigte Licht besonderer Wellenlänge wird mit einem Endoskop an die richtige Stelle geleitet. Da bei diesen endoskopischen Methoden eine Operation mit Eröffnung der Bauchdecke vermieden werden kann, ist dieser Eingriff besonders schonend.
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Chemotherapie
Da die häufigste Krebsart des Magens, die Adenokarzinome, schlecht auf Chemotherapie ansprechen, spielt die Chemotherapie nur eine geringe Rolle bei der Therapie des Magenkrebses. Beim Vorliegen von Tumorabsiedlungen in anderen Organen (Metastasen) wird mitunter die Chemotherapie zur Hemmung des Tumorwachstums eingesetzt. Eine gute Therapieüberwachung ist dabei notwendig. Häufige unerwünschte Nebenwirkungen der Chemotherapie sind die vorübergehende Schädigung der Darmschleimhaut mit Darmentzündungen und Durchfall, sowie Übelkeit und Haarausfall.
Neoadjuvante Chemotherapie
Ist eine Operation in kurativer (heilender) Zielsetzung, obgleich keine Fernmetastasen vorliegen, zunächst nicht möglich, kann versucht werden durch eine yor die Operation gesetzte Chemotherapie (Neoadjuvante Chemotherapie) den Tumor soweit zu verkleinern, dass er im Anschluss an die Chemotherapie doch noch operativ geheilt werden kann.
Strahlentherapie
Die Strahlentherapie kommt beim Magenkrebs meist zum Einsatz, wenn der Tumor nicht operiert werden kann und/oder auf eine Chemotherapie nicht anspricht. Ziel ist dabei in der Regel eine Verkleinerung des Tumors, um Beschwerden, wie beispielsweise eine Behinderung der Nahrungspassage, zu lindern. Da in der Nähe des Magens strahlenempfindliche Organe liegen, wird die Strahlentherapie meist zurückhaltend eingesetzt. Bei Magenlymphomen (MALT-Lymphomen) werden durch die Strahlentherapie gute Ergebnisse erzielt.
Lasertherapie
Ist die Nahrungspassage durch einen in das Lumen vorwachsenden Tumor behindert, kann versucht werden, diesen mit Hilfe einer Laserbehandlung zu verkleinern. Dabei wird über das Endoskop energiereiches Laserlicht auf den Tumor geleitet. Damit werden lokal hohe Temperaturen erreicht und der Tumor von der Oberfläche her "verdampft".
Stenteinlage
Bei Einengung (Stenose) der Nahrungswege kann mitunter ein Kunststoffröhrchen (Tubus) oder ein röhrenförmiges Drahtgeflecht (Stent) eingesetzt werden, das den Weg für die Nahrung offen hält. Dies geschieht mit Hilfe eines Endoskops.
Ernährungsfistel / PEG (perkutane endoskopische Gastrostomie)
Ist mit den genannten Maßnahmen die Nahrungspassage von der Speiseröhre in den Darm nicht zu gewährleisten, kann eine Ernährungsfistel notwendig werden. Dabei wird durch die Bauchhaut ein künstlicher Verbindungsweg (Fistel) von außen in den Magen oder den Dünndarm erzeugt. Über diesen Weg kann flüssige Nahrung direkt in den Dünndarm gegeben werden und der Patient sich auf diese Art ernähren. Heute wird dabei meist ein kleiner Kunststoffschlauch im Darm verankert. Das andere Ende, ähnlich einem Infusionsschlauch, führt durch die Bauchdecke heraus und kann, wenn es nicht benötigt wird, mit einem Stöpsel verschlossen unter einem Verband für die Umwelt unsichtbar unter der Kleidung getragen werden. Vorteile sind die geringe Einschränkung des Patienten, da der Schlauch im Alltag für die Umwelt unsichtbar ist, die Beweglichkeit des Patienten nicht einschränkt und die selbständige Aufnahme flüssiger Nahrung (so genannte "Astronautenkost") durch den Patienten ohne fremde Hilfe zu Hause erfolgen kann. Die Anlage einer solchen Ernährungsfistel wird meist mittels Gastroskopie überwacht.
Immuntherapie
Unter Immuntherapie versteht man die Aktivierung der körpereigenen Abwehrkräfte (Immunsystem) gegen den Tumor. Bisher wird erst in klinischen Studien untersucht, ob diese Behandlungsarten bei Magenkrebs erfolgversprechend sind. Zunehmende Bedeutung gewinnt dabei die Anwendung von Mistelpräparaten, obgleich ihre Wirksamkeit bisher nicht bewiesen ist. Interferone und Interleukine,Botenstoffe des Immunsystems werden bei Magenkarzinomen derzeit in klinischen Studien auf ihre Wirksamkeit untersucht. Grundsätzlich sollte die Anwendung solcher Behandlungsformen immer mit den betreuenden Ärzten abgesprochen werden.
Sonderform Magenlymphom (MALT-Lymphom) ![]()
Die Überlebensrate aller Menschen mit einem Magenkarzinom beträgt nach 5 Jahren nur noch 10% - 15%.
Bei Karzinomen ohne Lymphknotenmetastasen (No) sowie ohne Fernmetastasen (Mo) und nach einer operativen Entfernung des Tumors bis ins gesunde Gewebe hinein (Ro), beträgt die 5 Jahresüberlebensrate ca. 50%.